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#39 FührungsKRAFT: Arbeiten unter Druck – Gelassenheit und Struktur in herausfordernden Zeiten

FührungsKRAFT: Lernen Sie, wie Sie als Führungskraft in der Produktionswelt Drucksituationen meistern, Gelassenheit bewahren und durch Perspektivwechsel sowie Priorisierung herausfordernde Zeiten meistern.
Führungskraft Cover - gemba.austria
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FührungsKRAFT: Lernen Sie, wie Sie als Führungskraft in der Produktionswelt Drucksituationen meistern, Gelassenheit bewahren und durch Perspektivwechsel sowie Priorisierung herausfordernde Zeiten meistern.
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#39: Arbeiten unter Druck - Gelassenheit und Struktur in herausfordernden Zeiten

In der Produktionswelt meistern Sie täglich vielfältige Anforderungen und Herausforderungen – von engen Zeitplänen und hohen Leistungsansprüchen bis hin zu überraschenden Veränderungen. 

Diese Dynamik fordert Sie und Ihr Team heraus, eröffnet aber zugleich Chancen für Wachstum. In diesem Beitrag lernen Sie drei praxiserprobte Strategien kennen, die Ihnen helfen, auch in intensiven Phasen einen klaren Kopf zu bewahren, die Resilienz Ihres Teams nachhaltig zu stärken und unter Druck mit Gelassenheit zu führen. 

Los geht’s!

1. Arbeiten unter Druck - die Schlüsselelemente im Überblick

Arbeiten unter Druck verlangt ein solides Fundament an innerer Stärke und klaren Prioritäten. Damit Sie als Führungskraft in Drucksituationen handlungsfähig und ruhig bleiben, sind bestimmte Prinzipien unverzichtbar. Diese Schlüsselelemente schaffen Stabilität und Handlungskraft auch in belastenden Phasen.

a. Selbstwahrnehmung und Emotionsmanagement

Ihre Fähigkeit, Emotionen wahrzunehmen und zu regulieren, schafft Raum für Klarheit und gut überlegte Entscheidungen. Diese bewusste Ruhe wirkt sich positiv auf das gesamte Team aus und sorgt dafür, dass Sie auch in stressigen Momenten Ruhe ausstrahlen und eine Atmosphäre von Gelassenheit schaffen.

Beispiel: Ein Produktionsleiter bemerkt, dass er vor einem wichtigen Audit zunehmend unruhig und gestresst ist. Anstatt seinen Stress unbewusst auf das Team zu übertragen, nimmt er sich kurz Zeit für eine bewusste Atemübung und reflektiert, warum er sich angespannt fühlt. Durch das bewusste Wahrnehmen und Akzeptieren seiner Emotionen gewinnt er Ruhe zurück und tritt dem Team souverän gegenüber.

b. Fokussierung und Priorisierung

Ein klarer Fokus auf das Wesentliche verhindert Überlastung und erleichtert es, auch in komplexen Situationen die wichtigen Aufgaben zu priorisieren. So setzen Sie Ihre Energie gezielt ein und behalten auch bei einer Vielzahl an Anforderungen den Überblick, ohne sich von weniger dringlichen Themen ablenken zu lassen.

c. Langfristige Denkweise und Perspektivwechsel

Ein klarer Blick auf das große Ganze und der bewusste Wechsel der Perspektive machen es einfacher, kurzfristige Belastungen zu relativieren und kreative Lösungen zu finden. Eine solche Haltung ermöglicht es, auf Herausforderungen flexibel zu reagieren und in ihnen langfristig Chancen zu sehen.

d. Kommunikation und Transparenz 

Offene Kommunikation unterstützt das Team dabei, selbst in Drucksituationen motiviert zu bleiben. Wenn Teammitglieder den Kontext Ihrer Entscheidungen verstehen, handeln sie effektiver und arbeiten fokussierter. Das schafft ein besseres Miteinander und verringert das Risiko von Missverständnissen, die sonst oft zusätzlichen Stress erzeugen.

Beispiel: Eine unerwartete Maschinenstörung führt dazu, dass die Produktionsziele für die Woche stark gefährdet sind. Anstatt diese Informationen nur im Führungskreis zu halten, informiert die Schichtleitung das gesamte Team offen über die Situation. Sie erklärt den Einfluss auf die Produktion, zeigt jedoch auch konkrete Maßnahmen auf, um den Rückstand aufzuholen und teilt, dass die Arbeitsbelastung gleichmäßig verteilt wird. Das Team versteht dadurch nicht nur die Dringlichkeit, sondern fühlt sich aktiv einbezogen und trägt motiviert zur schnellen Lösung bei.

e. Unterstützung und Teamarbeit

Ein unterstützendes Miteinander fördert Teamgeist und Vertrauen. Aufgaben können gezielt delegiert und die Stärken des Teams optimal genutzt werden. So wird nicht nur die Arbeitslast sinnvoll verteilt, sondern das gesamte Team wächst an den gemeinsamen Herausforderungen und entwickelt eine starke Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

f. Anpassungsfähigkeit und Flexibilität

Gerade in einer dynamischen Produktionswelt ist es wichtig, schnell auf Veränderungen zu reagieren und Alternativen zu entwickeln. Mit einer flexiblen Haltung können Sie mit Gelassenheit auf neue Anforderungen eingehen und so für Ihr Team eine stabile, unterstützende Führungskraft sein.

Beispiel: Ein plötzlicher Lieferverzug von Materialien stellt die Produktion eines Fertigungsabschnitts vor große Herausforderungen. Der Produktionsleiter überdenkt kurzerhand den Ablauf und organisiert eine temporäre Umstellung, bei der das Team Aufgaben aus anderen Bereichen übernimmt, um Leerlauf zu vermeiden. Gleichzeitig setzt er eine tägliche kurze Besprechung an, um die Fortschritte zu verfolgen und flexibel auf neue Entwicklungen einzugehen. Durch diese rasche Anpassung bleibt das Team produktiv, und die Produktion gerät nicht völlig ins Stocken.

Ergänzender Gedanke: Reflektieren Sie gemeinsam mit Ihren MitarbeiterInnen, wann sie in ihrer Schicht am produktivsten sind und welche Aufgaben ihnen zu welcher Tageszeit am meisten Energie kosten. Basierend auf diesen Erkenntnissen können Aufgaben neu strukturiert werden. Das könnte bedeuten, dass anspruchsvollere, energieintensive Tätigkeiten in den Hochphasen erledigt werden, während Routineaufgaben in niedrigeren Energiephasen platziert werden.

Beispiel: An einer Produktionsanlage könnte es etwa bedeuten, dass die Wartung der Maschinen in den energieintensiven Morgenstunden durchgeführt wird, während administrative Aufgaben, wie Bestandsaufnahmen oder Dokumentationen, in den weniger produktiven Phasen der Schicht angesiedelt werden.

2. Praxiserprobte Impulse zur sofortigen Anwendung

Hier finden Sie drei direkt umsetzbare Impulse, die Ihnen helfen, in stressigen Phasen gelassen und handlungsfähig zu bleiben. Nutzen Sie diese Techniken, um die genannten Schlüsselelemente in die Praxis zu überführen und trotz hohem Druck fokussiert zu bleiben.

Impuls 1: Befreiungs-Mantra – Sich vom Erwartungsdruck lösen

Methode: Druck entsteht oft, weil wir hohen Erwartungen entsprechen wollen – den Erwartungen anderer oder den eigenen. Wenn Sie das Gefühl haben, von diesen Erwartungen getrieben oder überfordert zu sein, hilft das Befreiungs-Mantra, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und den inneren Druck loszulassen.

So setzen Sie das Mantra ein:

  • Halten Sie kurz inne und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihren Atem. Atmen Sie langsam ein und aus, um Ihre Gedanken zu beruhigen.
  • Sagen Sie sich innerlich: „Ich tue genug – ich habe genug – ich bin genug.“
  • Wiederholen Sie diesen Satz mehrmals, bis Sie sich ruhiger und geerdet fühlen.
 
Beispiel: Angenommen, es stehen gleichzeitig eine wichtige Besprechung zur Planung der nächsten Produktionswoche und dringende operative Aufgaben an. Statt sich gestresst hin- und hergerissen zu fühlen, halten Sie einen Moment inne, sprechen Sie das Mantra und entscheiden dann bewusst, welche Aufgabe Sie jetzt am sinnvollsten angehen. Das Mantra hilft Ihnen, die Dringlichkeit loszulassen und Schritt für Schritt vorzugehen.

Auswirkung: Das Mantra beruhigt sofort Ihren Geist und reduziert den inneren Druck, indem es Sie an Ihre eigene Leistungskraft erinnert und den Fokus auf das Wesentliche lenkt. So fördern Sie kurzfristig Gelassenheit und fokussiertes Handeln.

Impuls 2: Das 5-5-5-Prinzip – Abstand gewinnen durch Zeithorizonte

Methode: Wenn Sie das Gefühl haben, dass der Druck überhandnimmt, hilft das 5-5-5-Prinzip, den Stress zu relativieren. In stressigen Momenten verengen wir oft unseren Fokus auf das aktuelle Problem und reagieren kurzsichtig. Das 5-5-5-Prinzip schafft eine mentale Distanz.

So wenden Sie das 5-5-5-Prinzip an:

    Wenn Sie sich gestresst fühlen, fragen Sie sich: „Wie wichtig wird dieses Problem in fünf Tagen sein?“

    Anschließend: „Wie werde ich in fünf Wochen darüber denken?“

    Und schließlich: „Welche Bedeutung hat es in fünf Monaten?“

Beispiel: Eine Lieferung wichtiger Materialien verzögert sich, und Sie befürchten, den Produktionsplan nicht einhalten zu können. Fragen Sie sich: „Ist dieses Problem in fünf Monaten noch relevant?“ Die Antwort zeigt Ihnen, dass diese Herausforderung nur vorübergehend ist und sich lösen lässt. 

Auswirkung: Das bewusste Einnehmen einer zeitlichen Distanz lässt den Druck unmittelbar nachlassen, da das Problem in seiner wahren Größenordnung erscheint. Sie erkennen, dass viele Herausforderungen vorübergehender Natur sind, was sofort für mehr Handlungsspielraum und Gelassenheit sorgt.

Impuls 3: Perspektiv-Wechsel-Technik – Kreative Handlungsoptionen entdecken

Methode: In Drucksituationen fixieren wir uns oft auf das unmittelbare Problem und fühlen uns blockiert. Die Perspektiv-Wechsel-Technik eröffnet Ihnen neue Sichtweisen und hilft, kreative Lösungsansätze zu finden.

So führen Sie den Perspektivenwechsel durch:

Fragen Sie sich: „Wie würde ich auf diese Situation reagieren, wenn ich die Aufgabe nur aus Neugier angehen würde, ohne Erfolgsdruck?“

Oder stellen Sie sich vor: „Was würde ich meinem besten Freund oder meiner besten Freundin in dieser Lage raten?“

Eine weitere Möglichkeit ist: „Was würde ich als außenstehende Person über diese Herausforderung denken?“

Beispiel: Ein Qualitätsproblem bei einem Teil der Produktion könnte den Ablauf stören. Stellen Sie sich vor, ein Kollege würde Sie um Rat bitten. Welche pragmatische Lösung würden Sie ihm vorschlagen? Vielleicht einen klaren Check-Prozess für alle betroffenen Teile, um den Produktionsablauf minimal zu beeinträchtigen? Diese Technik hilft Ihnen, aus eingefahrenen Denkmustern auszubrechen und pragmatische, umsetzbare Lösungen zu finden.

Auswirkung: Der Perspektivwechsel löst Sie unmittelbar aus gedanklichen Blockaden und öffnet den Blick für neue Handlungsoptionen. Sie gewinnen in kurzer Zeit frische Lösungsansätze und fühlen sich innerlich gelassener und freier, was sofort die Kreativität und Flexibilität erhöht.

3. Wirksamkeitsmerkmale - spürbare Effekte im Alltag

Der gezielte Einsatz der Impulse wirkt sich nicht nur kurzfristig positiv aus, sondern fördert langfristige Stabilität, Gelassenheit und produktive Veränderungen, die sich direkt und indirekt in den Kennzahlen Ihres Unternehmens widerspiegeln. Hier sind die zentralen Wirksamkeitsmerkmale:

1. Emotionale Stabilität und Resilienzsteigerung

Mit Techniken wie dem Befreiungs-Mantra entwickeln Sie eine achtsame, beruhigende Routine, die es Ihnen ermöglicht, in kritischen Momenten wieder zu sich zu finden. Langfristig stärkt diese emotionale Stabilität die Resilienz, also Ihre Fähigkeit, auch in Drucksituationen flexibel zu bleiben und sich schnell von Belastungen zu erholen.

Diese innere Stärke fördert nicht nur Ihre persönliche Widerstandsfähigkeit, sondern wirkt sich auch positiv auf das Wohlbefinden Ihrer MitarbeiterInnen aus, da Ihre Gelassenheit und Selbstsicherheit Vertrauen und Stabilität ins Team bringen.

2. Reduktion der Stressfälligkeit und nachhaltige Stressbewältigung

Durch den gezielten Einsatz des 5-5-5-Prinzips schulen Sie Ihren Geist darin, eine sachliche Perspektive einzunehmen und Probleme realistisch zu bewerten. Das führt nicht nur zu einer deutlichen Entlastung im Arbeitsalltag, sondern mindert langfristig das Risiko stressbedingter Erkrankungen wie Burnout. Auch Ihre MitarbeiterInnen profitieren: Indem Sie als Führungskraft ruhig auf Herausforderungen reagieren, zeigen Sie eine gesunde Stressbewältigung, die das gesamte Team stabilisiert und inspiriert.

3. Positive Veränderung der Produktivitätskennzahlen durch fokussierte Arbeit

Ein gezielter Fokus und klare Prioritäten helfen Ihnen, die produktiven Zeitfenster optimal zu nutzen und sich nicht in Aufgaben zu verlieren, die momentan weniger relevant sind. Diese gezielte Priorisierung hat unmittelbare Effekte auf die Produktivität und den Output. Wenn Sie die Perspektiv-Wechsel-Technik regelmäßig anwenden, gelingt es Ihnen, neue Lösungsansätze zu finden, die nicht nur kurzfristig, sondern nachhaltig zu einer höheren Effizienz im Team beitragen und einen positiven Einfluss auf Ihre persönliche Gelassenheit ausüben.

4. Förderung der Selbstwirksamkeit und Eigenverantwortung im Team

Die genannten Techniken stärken nicht nur Ihre eigene Stabilität, sondern wirken auch auf Ihre Teammitglieder. Indem Sie vorleben, wie man auch unter Druck ruhig und lösungsorientiert bleibt, ermutigen Sie sie, selbst Verantwortung zu übernehmen und aktiv zur Problemlösung beizutragen. Die MitarbeiterInnen lernen durch Ihr Vorbild, dass sie ebenfalls auf ihre eigenen Stärken vertrauen können und dass sie Situationen beeinflussen können, anstatt nur auf äußeren Druck zu reagieren. 

Dieser Effekt führt langfristig zu einem kompetenten, eigenverantwortlichen Team, das eigenständig Lösungen findet und sich kontinuierlich weiterentwickelt. Das steigert die Gesamtleistung des Teams und verringert den Druck auf die Führungskraft, alle Entscheidungen selbst treffen zu müssen.

4. So geht´s weiter - Nächste Schritte für mehr FührungsKRAFT

Sind Sie bereit, Ihre FührungsKRAFT auszubauen?

Starten Sie noch heute: Wenden Sie die oben genannten Impulse in Ihrem Arbeitsalltag an und erleben Sie positive Veränderungen in Ihrem Team.

Lesen Sie weiter: Vertiefen Sie Ihr Wissen mit unseren weiteren Blogartikeln in der FührungsKRAFT-Reihe.

  
  
 
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Veronika Reichenbrugger in weißer Bluse hält Stift gemba
DI (FH) Veronika Reichenbrugger, MSc

Geschäftsführerin

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